Geschichte

Bierpreis, Bierqualität und Biersteuer waren schon um 1840 Gegenstand heftiger Diskussionen bei den Konsumenten auf der einen Seite und den Brauern auf der anderen Seite. In "Bierzeitungen" wurde über die Qualität des täglichen Suds und des Schankbiers der Wirtshäuser berichtet.

1899 gründete sich der "Verband zur Bekämpfung betrügerischen Einschenkens e.V. Sitz München". Sein Ziel war schon damals, den Überschank bzw. den Schanknutzen der Schenkkellner und Wirte zu bekämpfen. Kam es doch vor, dass Münchner Hirschen statt 200 Maß bis zu 280 Maß entlockt wurden.

Das betrügerische Einschenken war ein leidenschaftliches Thema dieser Zeit, gefolgt und begleitet von Bierdetektiven in den Schankburgen, Großgaststätten, Biergärten und natürlich auf dem Oktoberfest, wie auch erste Ansätze von Seiten der Behörden und angerufener Gerichte.

Ganze Erfinderscharen versuchten das Problem des zu wenig eingeschenkten Keferloher (Steinkrug) mit Mess- und Kontrollgeräten zu lösen. Zwar zeigten die Bemühungen des Verbandes zur Bekämpfung des betrügerischen Einschenkens um 1910 erste Erfolge, der große Durchbruch blieb jedoch aus.

Die Folgen des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie die politischen Tagesthemen der Weimarer Republik und der NS-Zeit ließen den Streit um das richtige Einschenken in den Hintergrund geraten, zumal die Nazis den Verband verboten.

Die ehrbaren Streiter für die ehrliche Maß ließen nicht locker. Am 9. September 1970 gründete der Volksschauspieler Rudi Scheibengraber und der jetzige Präsident Sigi Eder den "Verein gegen betrügerisches Einschenken e.V." (VGBE). Unterstützung erhielt der Verein in den ersten Tagen von der Münchner Tageszeitung tz und dem damaligen Süddeutschen Rundfunk. Die Mitgliederzahl des Vereins stieg schnell auf 1000 an.

Anfang 1984 errang der Verein einen wichtigen Sieg im Kampf um die gut eingeschenkte Maß. Auf Betreiben des VGBE löste der Glaskrug den steinernen Keferloher ab. Seitdem ist zumindest das Rätselraten vorbei, ob die Maß gut oder schlecht eingeschenkt ist.

Doch die Einführung des sogenannten "Euro-Krugs" vermochte nicht die Schankmoral der Schenkkellner nachhaltig zu verbessern. Nach wie vor gehört die schlecht eingeschenkte Maß zu den Problemen in Biergärten, Gaststätten und auf dem Oktoberfest. Denn bereits 0,1 Liter weniger im Maßkrug, also lediglich eine Zeigefingerbreite, beschert den Wiesn-Wirten bei 6 Mio. verkaufter Maß einen satten Gewinn von 4,2 Mio. Euro.

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